Der Aufbau ist bekannt. Die Kritikpunkte hat man ebenfalls schon mal so ähnlich gehört oder gelesen. Schön, wenn auch nicht unbedingt weltbewegend, sind einige Beispiele, wie z.b.:
"Auch im Bereich des anspruchsvollen Feuilletons dient «der Film» zunehmend der Illustration. Etwa in jenem angesehenen deutschen Blatt, das unlängst rechtswissenschaftliche Überlegungen zu Kriminaltaktik und Täuschungsverbot am besten mit einer Verhörszene aus Premingers «Laura» zu illustrieren glaubte, wobei der Polizist als Gene Tierney identifiziert wurde, die im Lichtkegel der Lampe sitzende Verhörte als Dana Andrews. Das Problem? Der Herr heisst Dana, die Dame Gene mit Vornamen. Anderswo war ein Artikel zu Ray Bradbury mit einem Bild aus dem Film «Fahrenheit 451» illustriert, dessen Legende von «Fahrenheit 45» sprach und weder den Regisseur, François Truffaut, noch das Produktionsjahr, noch den (im Bild sichtbaren) Hauptdarsteller, Oskar Werner, nannte. In beiden Fällen – es liessen sich weitere nennen – war im Haus vorhandener filmischer Fachverstand nicht angezapft worden. Es scheint nicht mehr darauf anzukommen."
Einige Twitterer streiten nun ob der Artikel vielleicht wirklich "lesenswert und auch zutreffend" sei oder doch nur ein "wüstes nebeneinander von gemeinplätzen". Die Wahrheit scheint, wie so oft bei dieser Diskussion irgendwo dazwischen zu liegen.
Der Artikel bringt wirklich wenig neues ans Licht. Er schafft es sogar mit dem Sigfried Kracauer-Argument den längst ausgelutschten Drops vom "Filmkritiker von Rang" nochmal zu lutschen. Trotzdem sollte man doch immer wieder hinsehen, wenn vor allem in Printmedien (und hier vor allem Tageszeitungen) diese Diskussion - auf welche Weise auch immer - geführt wird.
"Abschied von der Filmkritik" reiht sich daher nahtlos in die vielen interessanten und auch in die vielen völlig dämlichen Versuche ein, eine Entwicklung zu beschreiben, die sich bislang noch jedes Mal der prägnanten Beschreibung entzog. Die akademisch geprägten und denkenden Filmgeister werden beleidigt sein, ob der schlechten Argumentation und die Opposition wird sich wohl wieder zufrieden geben und die Vermittlungsfunktion eines solchen Artikels an den Leser loben.
Ob das dann wieder ein bloßes populistisches Argument ist, sei dahingestellt ...
Sicher jedoch ist: Das nächste Beispiel und der nächste Versuch innerhalb dieser "Diskussion" werden sicherlich kommen.
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